– 23.06.2014 – Mitte Juli 2015
Etwas übernächtigt vom langen Flug über den Pazifik und den halben Erdkreis landeten wir am 23. Juni in Ottawa. Die Hauptstadt empfing uns mit hochsommerlichen Temperaturen und einer freundlichen Airbnb-Gastgeberin. Yemisi hat uns in den ersten Tagen eine Menge wertvoller Tipps zur Orientierung an die Hand gegeben und uns in die neue Infrastruktur der Ottawa-Gatineau Gegend eingeführt. Ottawa liegt in Ontario und ist nur durch einen Fluss von der französisch-sprachigen Provinz Québec getrennt. Auf der anderen Seite liegt das Städtchen Gatineau mit ansehnlicher Altstadt und rundum viel Grün… Trotz ihrer Nähe zueinander unterscheiden sich die Provinzen in vielerlei Hinsicht: Sei es die Auffassung von reibungsloser Nutzung des öffentlichen Verkehrssystems, die Wertschätzung der französischen Sprache oder die Höhe der Mietpreise – wir bemerken immer wieder deutliche Unterschiede. Die Eigensinnigkeiten, die uns im täglichen Leben begegnen, bringen uns mal zum Lachen, mal zur Weißglut. Gerade auf das Bussystem und sein löchriges Netz ist kein Verlass. Das war Grund für unsere erste wichtige Anschaffung: Fahrräder. Mit unseren neuen Rennrädern ging es seitdem auf Erkundungstouren in Stadt und Gegend – entlang der Flüsse, durch Parks und über wintergebeutelte Asphaltstraßen. Wir stellen fest, dass Ottawa ein ausgezeichnetes und dichtes Netz an Radwegen hat, das dann im Winter für Langläufer attraktiv wird…
Nachdem wir uns nach unserer Ankunft direkt in die Wohnungssuche gestürzt haben, sind wir glücklicherweise nach bereits sechs Wohnungsbesichtigungen in Gatineau fündig geworden. Unsere neue Wohnung ist großzügig, modern und recht zentral gelegen. Wir freuen uns, dass sie genug Platz auch für Gäste bietet. So sind wir nach der guten Erfahrung mit Airbnb nun selbst Gastgeber und haben regelmäßig Besuch von interessanten Menschen aus der ganzen Welt. Ottawa ist von unserer Wohnung innerhalb von zwanzig Minuten fußläufig über eine der schönen Brücken zu erreichen. Auf dem täglichen Weg zur Arbeit haben wir das Parlamentsgebäude im Blick, welches stolz auf einem Hügel über dem Ottawa River ruht. Als Grenzstadt zu Québec ist Ottawa bilingual und Schmelztiegel vieler internationaler Einflüsse. Ständig haben wir verschiedene Sprachen im Ohr und freuen uns über das vielseitige kulinarische Angebot. Der Sommer ist vollgestopft mit bunten Programmen zur Unterhaltung der Touristen und Einwohner: Es gibt unzählige Feste, Konzerte, Lightshows, Feuerwerke… Ein Highlight war der Canada Day am 1. Juli. Der Nationalfeiertag taucht die Stadt jährlich in ein Meer aus rot und weiß. Zwischen Ahornblättern, heiteren Kanadiern, Paraden und Konzerten feiert man an diesem Tag die Nation. Seit Anfang Juni arbeitet Laura (wieder) im Lichtplanungsbüro Gabriel Mackinnon, während Max sich während seiner 6-wöchigen, nervenaufreibenden Bewerbungsphase mit ebenfalls interessanten Aufgaben beschäftigt hat. So hat er alte Rennräder für Freunde instand gesetzt oder einem Bekannten geholfen, einen Mast auf dessen Segelboot zu installieren. Von der anschließenden Freifahrt auf dem kleinen Segelboot konnten wir beide profitieren – und haben einen sonnigen Tag auf dem Ottawa River verbracht. Max steht kurz davor, seine neue Arbeitsstelle als Café Manager bei der Szenebäckerei „Art is in“ in Ottawa anzutreten. Nach der morgigen Probearbeit geht es in der nächsten Woche für ihn zunächst auf Heimaturlaub nach Bielefeld (10 Tage lang all das tun, was der gemeine Deutsche auf langer Auslandsreise vermisst). Uns beiden geht es sehr gut und wir genießen die Zeit hier. Wir halten euch auf dem Laufenden und versprechen, monatlich ein kleines Update von uns aus Nordamerika zu senden. Stay tuned.


























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