– 09.03.- 10.06.2014 –
Neuseeland. Freie Fahrt voraus!
Unser Zuhause bis Mitte Juni hat vier Reifen, ne Menge Dellen im Blech und war im früheren Leben ein Transporter für eine Verpackungsfirma. Jetzt liegen wir abends eingehüllt in unsere Schlafsäcke auf einer gemütlichen Matratze, unter dem Holzbettgestell sind die Campingsachen ordentlich verstaut. Wir haben uns gut eingelebt in das freie Leben zwischen Naturausflügen und Straßentouren; mit Kochspass am Strassenrand oder dem Genuss des einfachen Daseins irgendwo in der Wildnis. Wir erleben Tageswanderungen mit atemberaubenden Aussichten, machen ausgedehnte Stadt- und Strandspaziergänge und durchstöbern Märkte, wo wir sie finden. Bisher haben wir eine größtenteils sonnige und milde (Herbst-)Tour entlang der Westküste der Südinsel erlebt – mit vielen sehr freundlichen Begegnungen mit Neuseeländern oder internationalen Reisenden. In der kommenden Woche werden wir auf einer Farm bei Invercargill (ganz im Süden) mitanpacken und für ein paar Tage am Leben einer kleinen Familie auf dem Land teilnehmen. Wir freuen uns und sind gespannt…
Wir hatten eine intensive und sehr gute Zeit auf der Manuka Farm. Gay und Ron Munro haben uns herzlich aufgenommen und in den Arbeitsrhythmus und den Umfang ihrer Farm eingefuehrt. Auf 390ha Flaeche inklusive Seen mit einer beachtlichen Zahl an Wasservoegeln, ausserdem mit 1800 Schafen, einige davon Merinos, einem Dutzend Kuehen, Alpacas und Emus, Huehnern, Enten, Pfauen, Hund, Katze und Hausschwein Herald gab es fuer uns jede Menge zu tun und auszuprobieren: Tiere auf dem gewaltigen Gelaende zusammentreiben und auf andere Weiden umlagern, Kuehe fuettern und von ihren Kaelbern trennen, Medikamente geben, Baeume zur Uferbefestigung pflanzen, Unkraut jaeten, Rasen maehen, Volieren instandsetzen… Ansonsten gingen wir den eifrigen Farmern bei ihren taeglichen Aufgaben zur Hand.
Am Ende haben wir sogar jeder drei Schafe scheren duerfen. Mit Ledermokassins an den Fuessen fuer den festen Stand und dem elektrischen Schergeraet auf voller Umdrehung war es eine schweisstreibende Angelegenheit fuer alle Beteiligten – in jedem Fall aber eine interessante und lustige Erfahrung.
In freien Stunden durften wir die Hobbies von Gay und Ron kennenlernen und haben (sogar recht erfolgreich) an einem Orientierungslauf teilgenommen, sind im Stechschritt durch Waelder und Wetlands gestampft, um hier ueber einheimische Pflanzen und Tiere zu lernen. Der Bush-Bashing-Ausflug auf eigenem Grund, bei dem wir uns drei Stunden lang im wahrsten Sinne des Wortes durch Busch und Strauch geschlagen haben und mit matschschweren Beinen durch Sumpf-und Moosgebiet gerobbt sind, um die Entwicklung des Bewuchses zu begutachten, wird uns in guter Erinnerung bleiben.
Nach der guten Erfahrung auf der Farm haben wir unsere Fahrt ueber die wunderschoene Southern Scenic Route fortgesetzt und die Catlins besucht. Auf einigen unserer Spaziergaenge haben wir Seeloewen und sogar scheue Pinguine gesehen. Ein Abstecher ins Inland Richtung Alexandra und Clyde hat sich gelohnt, als sich die fuer den Fruechteanbau bekannte Region in ganz prachtvollen Herbstfarben gezeigt hat. Bei tollem Wetter haben wir hier eine Radtour auf dem Otago Rail Trail unternommen und kleine Geschaefte in historischen Gebaeuden besucht. Die drei Tage in der lebhaften Stadt Dunedin mit Studentencharm und viel Kunst waren fuer uns eine angenehme Abwechslung vom Leben in der Natur.
So long, New Zealand!
3 Monate, 2 Inseln, 1 Auto, 7500 Kilometer, 11 erklommene Gipfel, 4 Gastfamilien und unzaehlige freundliche Begegnungen mit interessanten Charakteren – macht genau 2 glueckliche Herzen. Wir verabschieden uns von Neuseeland und bedanken uns fuer die ausserordentliche Hilfsbereitschaft und Gastfreundschaft der Kiwis. Fuer uns war es eine sehr gute Zeit mit ganz vielseitigen Eindruecken und Erfahrungen zu Lande und zu Wasser.
Cheers!
Naechster Halt fuer zwoelf Tage ist nun Melbourne.






















































































































































































































































































































